Ich bin dann mal offline …

Zugegeben, ich bin nur noch sehr selten mehr als sechs Stunden offline. Und wenn, dann meistens in der Zeit zwischen 0 und 8 Uhr…Dann stecke ich unter der Bettdecke und mein Handy an der Steckdose!

In der IKEA habe ich ein unscheinbares Holzbrettchen entdeckt, das sich  fürs Handy-Timeout super eignet. Der Handyhalter lässt sich ruck-zuck zu einem trendigen Accessoire umgestalten: schwarz bemalt und weiss belettert gibt das doch ein tolles Geschenk in letzter Minute! Mit einem passenden Spruch motivierst du vielleicht sogar die beschenkte Person, ihr Handy mal etwas länger am Ladekabel zu lassen und sich einen ganz besonderen Offline-Moment zu gönnen. Viel Spass beim Nachahmen!

In diesem Sinn wünsche ich dir erholsame und frohe Weihnachten!

Steine in Szene setzen

Wenn ich an Bergbäche komme, zieht es mich schon fast automatisch zu den „Chempen“. Da ist eine unbändige Lust, ein paar schöne Exemplare auszusuchen und sie dann möglichst effektvoll aufeinander zu stellen. Dazu braucht es Geduld und etwas Übung, mehr nicht! Die Schwerkraft kann man sozusagen austricksen, wenn der Schwerpunkt der Steine ausbalanciert wird und genau in der Senkrechten liegt. Dann kann der Stein ja nicht kippen! Klar, ein Windstoss oder Gewitterregen reicht manchmal aus, und die Stein-Stele zerfällt in ihre Einzelteile. Alles ist vergänglich….

Immer wieder bin ich fasziniert, wie bunt eigentlich die verschiedenen Gesteinsarten sind, wenn man sie in aller Ruhe und aus der Nähe betrachtet. Von Weitem würde man sagen, da liegen alles graue Steine! Aber wenn du sie sorgfältig vergleichst, sie nebeneinander legst, oder eben aufeinander stellst, dann fallen dir auf einmal die vielen Grün-, Rosa- und Brauntöne auf. Und schon kommt mir die Idee, einen „Regenbogen“ aus farbigen Steinen zu legen. Lass dich von der vielfältigen Schöpfung inspirieren! Es tut so gut. Es soll ja sogar teure Workshops geben für gestresste Manager, die beim Steine ausbalancieren wieder einmal runterfahren wollen. Solche Kurse würde ich also auch gerne anbieten… 😉!

Eindrücke ausdrücken

Drei Tage durfte ich mich bei Tine Klein, einer europaweit bekannten deutschen Künstlerin, bei Boesner in Aarberg weiterbilden im Thema „Zeichnen mit Kopf und Herz“. Ihre farbenfrohen Reiseskizzen haben mich berührt und meine Sehnsucht nach selbstgemalten Aquarellen wieder geweckt. Kaum war der Zeichnungskurs beendet, reiste ich mit Mann und Malutensilien ins wunderschöne Unterengadin. Eine Woche Zeit für Wanderungen, Landart und fürs Zeichnen! Welch ein Privileg.

Am Ufer vom Inn in Sur En packte ich am zweiten Tag mein Skizzenbuch aus und legte los, nachdem ich zuvor mit Landart heruntergefahren bin. Das stellst du dir am besten so vor: ein paar grosse Steine sammeln und diese möglichst spektakulär zu einem Steinmannli aufeinanderstellen und ausbalancieren. Dazu dem Flussgeplätscher und Vogelgezwitscher lauschen… einfach herrlich. Und das alles bei spätsommerlichen Temperaturen, stahlblauem Himmel ohne ein Wölkchen, im Hintergrund die Wälder, die sich langsam aber sicher den Herbstpulli überziehen.

Am unvergesslich blauen „Lagh da Saoseo“ im Puschlav malte ich dann meine nächsten zwei Bilder. So eindrücklich die Landschaft, so ausdruckstark die festgehaltenen Motive. Kontraste, Gerüche, die Stille… alles prägt sich ein. Für mich ein Ort, den ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde. Vielleicht auch dank dem Prozess des genau Hinschauens und Wiedergebens. Vergleichbar mit dem heutigen „click and share on instagram“, nur viieeeel langsamer ….

DO’s and DON’Ts for Beginners

Kurz und bündig die zwölf Tipps, die du beim Einstieg in dein neues Hobby Handlettering beachten solltest. Sechs einfache Hinweise, die dich vor Anfängerfehlern bewahren sollen. Und sechs erprobte Starthilfen.

Einfach Links anklicken, ausdrucken und loslegen!

Was da nicht steht: Der Einstieg mit einem Kursbesuch (z.B. bei Handherzwerk 😊) oder erste Übungsabende zuhause mit einem guten Handletteringbuch sind auch empfehlenswert.

MACHEN IST WIE WOLLEN, nur KRASSER!

In diesem Sinn: alles Gute und vielleicht auf bald?

Kreative Grüsse,
Susanne

Ein Lächeln von Ali

Es ist Samstag, kurz vor Ladenschluss. Auf dem Kundenstopper vor dem Laden klebt ein liebloser Computerausdruck in einem Plastikmäppli mit dem Hinweis „OFFEN“. Diesen Anblick erträgt mein Handlettering-Herz nicht mehr!
Nach einem skeptischen Blick und mehrmaliger Nachfrage, ob ich ihm wirklich das Schild gratis neu beschriften wolle, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Ali, der Geschäftsführer des türkischen Lebensmittelladens in Münchenbuchsee, weiss nicht, wie ihm geschieht. Ich versichere ihm, dass ich mein Bestes versuchen werde, seinen Kundenstopper etwas „ahmächeliger“ umzugestalten. Er meint erst mal, ich solle am Montag um 11 Uhr wieder kommen. Dann könne ich die Tafel ja mitnehmen. Abgemacht! Montags punkt 11 Uhr hole ich das sperrige Plastikteil ab und verlade es in meinen Kofferraum. Ali meint noch, ich solle dann gross genug schreiben…

Wegen eingebrannten Klebestreifen-Resten wird die Wandtafelgrundierung nicht perfekt. Aber allemal schöner als die zerkratzte Fläche, die sich mir beim Ablösen der spröden Plastikmäppli offenbart. Auch der bunte Schriftzug der Bierwerbung oben an der Tafel muss verschwinden. Grosszügig übermale ich die beiden Seiten mit dem Wandtafellack. Meine zwei Bleistiftvorlagen zoomt mein lieber Mann kurzerhand auf 400%, so dass ich die Entwürfe nur noch puzzlemässig auf die frisch grundierte Tafel übertragen muss. Mit Acrylfarbe, Marker und Pinsel male ich mein wetterfestes Lettering auf den Kundenstopper.

Am Dienstagmorgen um 07.30 Uhr überbringe ich Ali mein Handherzwerk. Er freut sich sehr, bedankt sich und lädt mich auf einen Drink ein. Mit einem türkischen Ayran (Joghurt-Wassergetränk) stosse ich mit ihm auf sein Geschäft an.

Mut tut gut…- so viel weiss ich jetzt.

Durstlöscher

Diesen Sommer wächst und blüht meine Goldmelisse wie nie zuvor! Die auch als Indianernessel bekannte Pflanze hat sogar ähnliche Heilwirkungen wie Thymian. Der leuchtend orange Sirup ist mit Mineralwasser und Eiswürfeln ein erfrischender Durstlöscher und auch als Beigabe in einem Fruchtsalat oder in einer Sommerbowle sehr fein.  Also her mit dem Sirup-Rezept!

Täglich pflücke ich die leuchtend roten, offenen Blütenblätter jeder einzelnen Melisse-Blüte, so dass die Pflanze ständig neue und noch grössere Blütenkronen hervorbringt. Diese Blütenblätter lege ich auf dem Dörrexgitter aus, man kann sie aber auch auf Haushaltspapier zum Trocknen auslegen. Wenn ich zwei Handvoll getrocknete Blütenblätter (ca. 6-8g) beisammen habe, kann es mit der Sirupproduktion losgehen. Theoretisch könnte man den Sirup auch aus frischen Blütenblättern (40g) machen. Aber oft hat man nicht auf Anhieb eine so grosse Menge zur Verfügung. Ausserdem brauchst du für den Sirup: 2 kg Zucker, 40 g Zitronensäure, eine Bio-Limette oder Zitrone und 2 Liter kochendes Wasser. Drei bis fünf saubere, kochend heiss ausgespülte Glasflaschen am Tag des Abfüllens (ca. 3,2 Liter insgesamt).

ZUBEREITUNG:

Das kochende Wasser mit dem Zucker mischen, rühren und über die Goldmelissenblütenblätter giessen. Ich mache das in einer grossen Plastik-oder Chromstahlschüssel. Das Gefäss sollte 24h in einem Kühlschrank Platz finden. Die Zitronensäure und die in Scheiben geschnittene Bio-Limette oder Bio-Zitrone beigeben, gut umrühren. Sobald der Sirup nicht mehr so heiss ist, stellt man ihn für 24 Std. zum Durchziehen in den Kühlschrank. Am nächsten Tag wird der Sirup durch ein grosses Sieb gegossen und die klare Flüssigkeit ohne Blüten und Zitronenscheiben nochmals aufgekocht, dann in die heissen, sauberen Flaschen abgefüllt. Sofort verschliessen.

Sobald abgekühlt, beschriften und sofort probieren! Prost!

Getraut!

Zwei liebe Menschen haben sich trauen lassen- und ich hab mich getraut, ihren auserwählten Trauvers zu lettern…

Aber der Reihe nach: Zuerst durfte ich die Einladung zur zivilen Trauung entwerfen. Anita und Aaron suchten sich einen ganz speziellen Ort für dieses Highlight aus! Also durften weder Bergpanorama, Gondelbahn noch alle wichtigen Infos zum Event auf dem Rellerli fehlen.

Beim Trauvers aus Jeremia 17,8 war dann die Länge des Textes eine echte Herausforderung. Die Worte sollten in Form des beschriebenen Baums daher kommen und trotzdem noch gut lesbar und in logischer Reihenfolge  auf’s Papier. Für die Hochzeitsanzeige verwendete das Brautpaar meine Vorlage schwarz auf weiss, resp. beige. Das grosse Bild für die Kirche gestaltete ich dann im Chalk-Look klassisch weiss auf schwarz.

Ich bin begeistert, wie dekorativ sich so Wahrheiten aus der Bibel veranschaulichen lassen.

Sehr gerne nehme ich weitere Aufträge für den schönsten Tag im Leben von zukünftigen Ehepaaren entgegen!

Handherzwerk wirbt für Bäckerhandwerk

Am letzten Apriltag flatterte ein Traumauftrag ins Haus! Die traditionsreiche Berner Bäckerei Sterchi renoviert ihr Ladenlokal an der Seftigenstrasse und beauftragte mich, die Wand hinter der Verkaufstheke und ein paar Tafeln mit Kaffee-, Frühstücks- und Glacé-Angebot zu beschriften. «Wissen Sie, Ihr Stil gefällt mir eben sehr», erklärte mir die Auftraggeberin. Nur … die Wiedereröffnung des renovierten Ladens ist bereits in gut einer Woche. Alles musste also innert Kürze entworfen, besprochen und fertig umgesetzt sein. Die Wandfarbe war aber fürs direkte Beschriften noch nicht ausreichend ausgehärtet. So erhielt ich vom Ladenbauer kurzerhand zwei grosse schwarze Bretter als praktische Alternative. Mein Glück, denn ein Brett auf dem Tisch zu beschriften ist einiges bequemer als auf einer Verkaufstheke stehend an einer senkrechten Wand zu malen.

Was heute meistens Werbetechniker mithilfe einer am Computer gestalteten und ausgeplotteten Folie beschriften, durfte ich also nach alter Schriftenmaler-Manier mit Pinsel und flüssiger Farbe Buchstabe für Buchstabe von Hand auf den Untergrund malen. Es hat sooooo Spass gemacht! Den Schriftzug habe ich freihand entworfen und dank Kopierapparat ist er auf die Länge von gut einem Meter „gewachsen“; moderne Hilfsmittel sind beim Handlettering eben auch erlaubt!

Hier ein paar Impressionen vom Auftrag der neu renovierten Filiale der Bäckerei Sterchi an der Seftigenstrasse 29 in Bern Weissenbühl. Ein Besuch lohnt sich übrigens nicht nur wegen meinen Schriften. Meine Nachtschichtzulage in Form von einem Gipfeli und einer Züpfe haben wunderbar geschmeckt!

Kürzlich in der Bauernzeitung

Mit Vorfreude und der üblichen Anspannung erwartete ich Anfang April die Teilnehmerinnen für einen weiteren Handletteringkurs (Schilder). Eine der kreativen Frauen entpuppte sich dann als Redaktorin der Bauernzeitung und sie fragte mich, ob sie einen Bericht übers Handlettering und meinen Kurs schreiben dürfe. Wow, was für eine Ehre! Jetzt werden sogar schon Medienschafffende auf meine Kurse aufmerksam. Und dass es gerade die Bauernzeitung ist, passt auch ganz gut. Immerhin hatte ich schon einige Bäuerinnen im Kurs und wurde auch schon von Landfrauenvereinen für Kurse vor Ort gebucht.

Ob all der Freude über ihr eigenes kreative Wirken hat die Redaktorin während dem Kurs ihren Artikel fast vergessen. Nun ist er aber erschienen (siehe Link unten). Viel schneller als erwartet, denn ich habe das zweite Halbjahr noch gar nicht geplant und kaum mehr freie Kursplätze vor den Sommerferien. Aber versprochen: Ganz nach dem Motto „alles neu macht der Mai“ findet ihr hier in Kürze das neue Kursangebot.

Artikel Bauernzeitung 20.4.18

Eieieieiei!

Dieser Moment, wenn ich das gefärbte Ei aus seinem Strumpf befreien darf und der Abdruck zum Vorschein kommt! Ehrlich gesagt, er kann süchtig machen! Und diesen Moment teile ich so gerne mit anderen, dass ich für einmal keinen Handlettering-Kurs, sondern zu einem Ostereier-Workshop eingeladen habe.

Schon das Sammeln von Kräutern, Blättern und  Blüten draussen im Garten, am Wegrand oder im Wald gehört zu den genussvollen Vorbereitungen. Endlich Frühling! Dann das Brauen von verschiedenfarbigen Süppchen; da komme ich mir fast wie Miraculix vor, der noch diese und jene Prise in seinen Zaubertrank streut! Dieses Jahr habe ich mich für das traditionelle braunrote Farbbad mit Zwiebelschalen entschieden. Ausserdem gab es einen gelben Sud aus Kurkuma (Gelbwurzpulver) und einen Surprise-Sud aus Randen, Holundersaft, Karkadeblüten,  Blauholz und was uns sonst noch in Finger kam. Er sollte eigentlich pink werden, aber lustigerweise verfärbten sich die Eier mal in modisch-mauve, mal in trendy-taupe oder shabby-grau!

Die Eier spielen dann die Hauptrolle. Ich durfte ganz speziell grosse, schöne weisse Eier ohne Legedatum bei meiner Eierlieferantin Damaris Münger aus Diemerswil beziehen. Diese sind zwei bis drei Wochen „alt“, so dass sie sich wunderbar schälen lassen (mit oder ohne Abschrecken!). Ganz frische Eier (bis 10 Tage alt) eignen sich weniger gut. Frau lernt immer wieder Neues!

Eingepackt, respektive verziert haben wir die Eier mit Blumenblüten, Kräutern, aber auch mit selbst hergestellten kleinen Scherenschnitten und Bildersujets aus Backpapier. Diese werden mit einem Stück Nylonstrumpf fixiert, indem man ihn satt um das Ei bindet. Das geht super und oft können die aufwändig ausgeschnittenen Papierchen ein zweites und drittes Mal verwendet werden! Auch Kunststoffnetze von Kartoffeln, Zitrusfrüchten oder Knoblauch lassen sich verwenden. Aus alten Veloschläuchen lassen sich Gummiringe schneiden, die witzige Ringelmuster auf die Eier zaubern.

In meinen Kursen kommt auch das Kulinarische nicht zu kurz. Hausgemachter Osterfladen versüsste uns die Wartezeiten vor den Kochtöpfen… mmmh!

Auch wenn der Aufwand gross ist: es hat sich gelohnt! In der Gemeinschaft macht es einfach Spass und Erfolgserlebnisse begeistern dann gerade auch die ganze Gruppe. So schööön! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!

Hier ein paar Impressionen: